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"Der Weg nach Kaiserswerth war weit"

Ihr Lebenswerk ist nur ein paar Straßenbahn-Haltestellen entfernt, in der heutigen Kaiserswerther Diakonie im Düsseldorfer Norden: 40 Jahre war Caroline Fliedner (1811 - 1892) Vorsteherin der Diakonissenanstalt Kaiserswerth. Jetzt ziert ihr Porträt eine Wand im Landeskirchenamt.

Die aus der Hamburger Hugenottenfamilie Bertheau stammende Caroline wurde 1843 die zweite Ehefrau Theodor Fliedners. Seitdem führte sie das Mutterhaus, das Fliedner 1836 zusammen mit seiner ersten, verstorbenen Frau Friederike gegründet hatte. 40 Jahre lang prägte Caroline die Arbeit der Diakonissenanstalt und machte sie zum Vorbild für weitere diakonische Einrichtungen. In ihrer Amtszeit wuchs die Schwesternschaft in Kaiserswerth von 47 auf 638 Frauen.

Das Porträt im Landeskirchenamt stammt aus der Feder der Münchner Künstlerin Celina Szelejewska-Pigulla, die es zusammen mit Hektor Werios realisiert hat. Es gehört zur Reihe der "Kirchenköpfe" im Landeskirchenamt. Zu sehen sind bereits Johannes Clauberg, Heinrich Held, Änne Kaufmann, Joachim Neander und Dorothee Sölle; weitere Porträts sind eingeplant. Was sie eint: Sie sind Menschen, die die evangelische Kirche geprägt, bewegt und verändert haben: durch ihr Tun und Lassen, durch Wort und Dienst, durch Leben und Wirken.

Unabhängige Frau

Vorgestellt wurde das Porträt Caroline Fliedners bei der Andacht zu Beginn der dritten Adventswoche. Dr. Norbert Friedrich von der Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth beschrieb Caroline Fliedner als selbstständige Person. Das "Besondere" zeigt das Bild, das auf einem der seltenen Fotos von Caroline Fliedner beruht: Die verheiratete Mutter von acht Kindern trägt die Tracht der unverheirateten Frauen.

Ein "dominanter" Ehemann, die Erziehung der eigenen sowie dreier noch unmündiger Kinder Theodor Fliedners aus erster Ehe sowie die Verantwortung für das Mutterhaus - ihr Leben war anstrengend, so Dr. Norbert Friedrich. Nach Jahren des auch beruflichen unabhängigen Lebens habe das Ja-Wort sie in Verhältnisse der Unterordnung, aber auch in die Position der Vorsteherin geführt. "Der Weg nach Kaiserswerth war weit." Zu den eigenen Akzenten, die Caroline Fliedner gesetzt hat, gehört die Stärkung der Orientarbeit, so Friedrich.

Verdächtige Selbstverleugnung

"Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen." Dieses Wort von Johannes dem Täufer, überliefert im Johannes-Evangelium, ziert den Rundbogen über dem Eingang des heutigen Hotels Mutterhaus in Kaiserswerth, und darüber predigte Pfarrer Klaus Riesenbeck, Theologischer Vorstand der Kaiserswerther Diakonie. Das heißt, er thematisierte die Inschrift an dem Ort des Wirkens von Caroline Fliedner. Diäthotel? Hungerkur? Heutige Hotelgäste haben womöglich ganz andere Assoziationen zu dem Bibelwort, "das heute kaum mehr verstanden wird", so Riesenbeck.

Ein Satz, der jede Diakonisse an die Ethik des Dienens erinnerte. Die darin mitklingende Selbstverleugnung sei uns heute verdächtig, führte Riesenbeck weiter aus. Der moderne Gegenentwurf sei die Selbtverwirklichung, die er durchaus auch für wichtig halte. Doch angesichts von sozialer Not in unserem Land und dem Überlebenskampf von Kindern in aller Welt empfindet er den Gedanken von Selbstverwirklichung in unserer reichen Überflussgesellschaft auch irritierend und manchmal degeneriert.

Christus bezeugen

Hilft ein "wohltemperiertes Mittelmaß" heraus aus den Extremen Selbstverleugnung bzw. "Selbstbespaßungsideoloie"? Eine "maßvolle Selbstverwirklichung gepaart mit einem Herz für andere"? Nein, da sage Johannes der Täufer etwas anderes: Wir sollen "Christus die Ehre geben" und dahinter als Einzelne und als Kirche zurücktreten. Wir sollen durchaus fröhlich und vergnügt sein, aber mehr von Christus sprechen. "Wir selbst werden dahinter nicht zu kurz kommen."

Vizepräsident Dr. Johann Weusemann sagte: Mit dem neuen Porträt gebe es "ein weiteres Stück Erinnerungskultur hier im Landeskirchenamt. Das ist uns wichtig."

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