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für den 15.12.2017

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Junge Flüchtlinge in Oujda Die ersten Jugendlichen wohnen inzwischen im Appartement für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Oujda.

Marokko

Schutz und Hilfe für junge Flüchtlinge

In Marokko stranden immer mehr junge Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern geflohen sind. Sie sind besonderen Gefahren ausgesetzt. Ein neues Projekt im marokkanischen Oujda bietet ihnen Schutz und Hilfe an.

Gemeinsam mit dem „Comité d’Entraide Internationale (CEI) de l’Eglise Evangélique au Maroc“, dem internationalen Hilfskomitee der Evangelischen Kirche in Marokko, hat der Evangelische Kirchenkreis Jülich ein Projekt zum Schutz unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge gestartet. In der marokkanischen Stadt Oujda haben die Projektpartner von der dortigen katholischen Gemeinde ein Appartement gemietet und eingerichtet, in dem Jugendliche nach ihrer Ankunft in Marokko Aufnahme finden und so möglichst dem Einfluss krimineller Netzwerke entzogen werden.

Sechs Jugendliche leben zurzeit im Appartement

„In dem angemieteten Appartement wohnen zurzeit sechs unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, darüber hinaus werden vier betreut, die außerhalb der Wohnung leben“, berichtet Hans-Joachim Schwabe, Mitglied des Jülicher Kreissynodalvorstandes und engagiert in der Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis und in der Landeskirche. Alle Jugendlichen seien zwischen 16 und 17 Jahre alt.

Durch das Projekt soll rund ein Dutzend minderjähriger Flüchtlinge jährlich geschützt werden. Eine Hausverwalterin und ein Projektkoordinator regeln die Dinge am Ort. Unterstützt wird die Initiative durch die Evangelische Kirche in Deutschland, die Evangelische Kirche im Rheinland und den Rheinischen Verband evangelischer Tageseinrichtungen.

Die Projektverantwortlichen hoffen, dass die jungen Menschen in ihrer Unterkunft nicht nur zur Ruhe kommen. Sie wollen ergebnisoffen über den weiteren Weg beraten. Dazu gehört auch, dass die Jugendlichen die Gefahren bei Fortsetzung ihrer Reise erkennen. Sie riskieren nach den Erfahrungen des Hilfskomitees mehr als die Erwachsenen: Sie sind besonders dem Menschenhandel, der physischen und sexuellen Gewalt, der Prostitution, allen Formen der Ausbeutung und der sozialen Diskriminierung ausgesetzt.

Schulische und berufliche Ausbildung im Blick

Nach Gesprächen mit einer regionalen Delegation für Erziehung in Oujda wäre es möglich, die jugendlichen Migrantinnen und Migranten mit oder ohne offizielle Dokumente des Heimatlandes einzuschulen. Dazu ist aber die Zustimmung der entsprechenden Schulleiter nötig. Die Ausbildung in öffentlichen Schulen erfolgt dann in arabischer Sprache; in bestimmten privaten Schulen kann es auch Französisch sein.

Für die Berufsausbildung gab es ein Treffen mit einer nationalen Organisation, die vor allem für technische Berufe zuständig ist. Ein Ergebnis war zunächst, dass nur Jugendliche ausbildet werden können, die den Flüchtlingsstatus haben oder eine Aufenthaltserlaubnis als Migrantinnen und Migranten. Alle anderen bekommen kein Abschlusszeugnis. Die Gespräche werden deshalb fortgeführt.

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ekir.de / rtm / Foto: CEI / 12.12.2017



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